Der Hintergrund des Klimawandels und der Klimapolitik

Der globale Klimawandel wird vielfach als das größte Umweltproblem der Gegenwart angesehen. Mittlerweile herrscht unter Experten weitgehend Einigkeit darüber, dass sich das Klima langfristig verändert und dass der Mensch zumindest teilweise diese Veränderung durch die Freisetzung von Klimagasen verursacht.

Das wichtigste der Klimagase ist das Kohlendioxid (CO2), dessen Anteil am anthropogenen Klimawandel auf ca. 60% geschätzt wird. Klimagase lassen das kurzwellige Sonnenlicht weitgehend ungehindert auf die Erde durch, während die von der Erde reflektierte langwellige Strahlung teilweise absorbiert wird. Durch diesen Treibhauseffekt kommt es zu einer Aufwärmung der Erdatmosphäre.

Im 20. Jahrhundert fand bereits eine globale Erwärmung von 0,6 Grad Celsius statt. Dieser Wert liegt nach dem heutigen Stand der Wissenschaft eindeutig über den natürlichen Temperaturschwankungen der letzten tausend Jahre. Gleichzeitig ist die CO2-Konzentration in der Atmosphäre deutlich angestiegen, seit 1750 um ca. 31%. Zurückzuführen ist dies in erster Linie auf die CO2-Emissionen bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern. Mit einer momentanen Konzentration von 367 ppm (parts per million) befindet sich laut Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) mehr Kohlendioxid in der Luft als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in den letzten 420.000 Jahren.

Das IPCC ist ein zwischenstaatlicher Ausschuss, der 1988 gegründet wurde. Im Rahmen des IPCC werden Forschungsergebnisse zum Thema Klimawandel aus verschiedenen Disziplinen zusammengetragen und in den IPCC Assessment Reports veröffentlicht. Aufgrund der Vielzahl der beteiligten Wissenschaftler werden die Berichte des IPCC im Allgemeinen als aktueller Stand der Wissenschaft akzeptiert.

Zur Verhinderung des Klimawandels haben sich insgesamt 189 Staaten auf die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen geeinigt (United Nations Framework Convention on Climate Change – UNFCCC). Die Klimarahmenkonvention wurde 1992 in Rio de Janeiro verabschiedet und trat 1994 in Kraft. Gemäß der Konvention sind alle beteiligten Staaten verpflichtet, Programme und Maßnahmen zur Verringerung der Klimagasemissionen auszuarbeiten und regelmäßig Berichte vorzulegen.

Auf der Klimarahmenkonvention baut das Kyoto-Protokoll auf. Hierbei haben sich die teilnehmenden Staaten auf rechtlich verbindliche Minderungsziele für Treibhausgasemissionen festgelegt. Das Protokoll von Kyoto sieht vor, den Ausstoß von Klimagasen während des Zeitraums von 2008 bis 2012 um durchschnittlich 5,2% gegenüber 1990 zu senken. Die EU-15 hat sich in diesem Rahmen zu einer Reduzierung der Emission von Klimagasen um 8% verpflichtet; Deutschland verfolgt innerhalb der EU eine Reduzierung von 21% seiner Emissionen. Wie die wichtigsten Länder hierbei aufgestellt sind, zeigt die Seite Weltkarte der Klimapolitik.

Neben diesen Bemühungen die Klimagasemissionen deutlich zu senken, hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass parallel hierzu auch die Notwendigkeit besteht, Anpassungsstrategien zu entwickeln, um mit den drohenden Folgen des Klimawandels besser zurechtzukommen.

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