Deponien stellen in Europa nach der Landwirtschaft die zweitgrößte Quelle anthropogener Methanemissionen dar. Die Nutzung oder Abfackelung deponiebürtigen Methans ist bei älteren Deponien aufgrund des verminderten Methangehalts und Gasaufkommens oft nicht mehr möglich. Jedoch bergen auch die so genannten Rest- oder Schwachgase, die noch Jahrzehnte nach Abschluss der Deponierung emittiert werden, ein erhebliches Gefährdungs- und klimawirksames Potenzial und sollten daher behandelt werden.
Die mikrobielle Methanoxidation in Biofiltern oder Deponieabdeckschichten stellt eine wirksame und kostengünstige Möglichlichkeit zur Verminderung dieser Emissionen dar. Obwohl das Potenzial dieser Systeme vielfach erkannt wurde, fehlen Empfehlungen für ihren technischen Aufbau sowie für ein Methoden-Set zur Quantifizierung der Methanoxidationsleistung. Ziel von MiMethox ist daher, ein Instrument zur nachhaltigen Verringerung von Methanemissionen aus Deponien zu entwickeln und damit einen Beitrag zum Nationalen Klimaschutzprogramm zu leisten. Durch die Entwicklung und Validierung einer Methode zur Bilanzierung des Methanhaushalts ganzer Deponien soll zudem die Voraussetzung für die Teilnahme von Deponiebetreibern am Emissionshandel geschaffen werden. Zu diesem Zweck wurde ein umfassendes Untersuchungskonzept entwickelt, das Methoden aus den Feldern der Abfallwirtschaft, der Mikrobiologie, der Bodenkunde, den atmosphärischen Wissenschaften und der Modellierung miteinander verknüpft (s. Abbildung).

Der Anwendungsbereich der biologischen Methanoxidation umfasst Deponien in der Anfangsphase der Ablagerung, Altdeponien und Deponien, deren abgelagertes Gut von vorneherein ein geringeres Gasbildungspotential aufweist. Letzteres wird insbesondere aufgrund der Umsetzung der EU-Deponierichtlinie relevant, die seit dem 01.06.2005 nur noch die Ablagerung von vorbehandeltem, in seiner Reaktivität stark vermindertem Abfall zu lässt. Weiterhin kann die mikrobielle Methanoxidation zur Reduktion der nach der Durchführung von in-situ-Belüftungsverfahren verbleibenden Emissionen eingesetzt werden.
Projektpartner

Universität Hamburg, Institut für Bodenkunde (Koordination)
www.geowiss.uni-hamburg.de/i-boden/index.html

Technische Universität Hamburg- Harburg, Institut für AbfallRessourcenWirtschaft
cgi.tu-harburg.de/~awsww/NW/start.php

Technische Universität Darmstadt, Institut WAR
www.abfalltechnik.net

melchior+wittpohl Ingenieurgesellschaft GbR
www.mplusw.de
Kontakt
Dr. Julia Gebert
Universität Hamburg, Institut für Bodenkunde
Tel.: 040 42838-6595
E-Mail: j.gebert [at] ifb.uni-hamburg.de
Projektwebsite
http://www.mimethox.de
Veröffentlichungen
Bericht der Financial Times Deutschland vom 10. September 2007 über MiMethox
(pdf - 238 KB)